Spam-BekämpfungSpam-Emails werden immer mehr. Sie belasten die Mail-Accounts heutzutage so stark, dass ihre Flut für die Emailprogramme und die Geduld der User kaum noch zu bewältigen ist. Zentrale Spambekämpfung durch uns als Provider ist weder möglich noch sinnvoll. Für Geschäfts-Emailaccounts dürfen Emails nicht zentral gefiltert werden, weil sonst Bankkredite wegen Basel II heutzutage nicht mehr gewährt werden können. Auch die Rechtsprechung verbietet heutzutage zentrale Spamfilterung durch den Provider. Ausserdem ist die Gefahr sehr gross, dass zusammen mit dem Spam auch wichtige erwünschte Emails ausgefiltert werden. Sie als Nutzer und Domaininhaber können jedoch einiges tun, um Ihre Spam-Belastung zu verringern. Der sinnvolle Umgang mit Email ist heutzutage jedoch anders als vor fünf oder zehn Jahren. Vieles, was damals sinnvoll war, beschert einem heutzutage tausende von Spam-Mails. Eine gewisse Umstellung kann daher notwendig sein.
Hinweis: Die fiktive Doamin "domain.nam" steht für Ihren eigenen Domainnamen.
Ablehnen unerwünschter ZieladressenEine besonders wirkungsvolle Spam-Abwehrmethode ist die Ablehnung von Emails, die an unerwünschte und beliebige Phantasie-Emailadressen geschickt werden.Früher hat man gerne die Emails an alle denkbaren Emailadressen angenommen, weil ja ein Absender möglicherweise einen Tippfehler in der Zieladresse haben könnte. Daher war es üblich, die sogenannte catch-all Adresse "default" an den eigenen POP-Account oder gar eine externe Emailadresse zu leiten. Inzwischen kommen bei langjährigen Domains täglich tausende von Spam-Emails bei solchen Adressen an. Die Absender verschicken Emails an völlig beliebige Adressen wie xyz@domain.nam. Daher kann man es sich heutzutage kaum noch leisten, sämtliche Emails anzunehmen, die an die Domain geschickt werden. Die beliebigen catch-all Adressen müssen notgedrungen abgelehnt werden. Diese Ablehnung kann man in der Datei ".redirect" einrichten. (Siehe: Handbuch: Emails weiterleiten und Email-Aliase) Der Eintrag zur Ablehnung von Emails sieht folgendermassen aus:
default error:nouser User unknown Ankommende Emails werden abgelehnt und der Absender erhält eine Bounce-Email, die ihm mitteilt, dass die Email abgelehnt wurde. Erfahrungsgemäss funktioniert diese Art der Email-Ablehnung recht gut. Ausser der catch-all Emailadresse "default", die alle denkbaren Schreibweisen abfängt, kann man auch festgelegte Emailadressen ablehnen. Das sieht dann beispielsweise so aus:
info error:nouser User unknown In der Beispielzeile wird die Emailadresse "info@domain.nam" abgelehnt.
Beispiel für eine .redirect-Datei mit abgelehnter catch-all Adresseinfo2008 user@domain.nam peter peter@t-online.de alfred 73433.452@compuserve.com laura laura@aol.com default error:nouser User unknown
Keine klickbaren EmailadressenAuch wenn es für die Besucher Ihrer Webseite sehr bequem ist:Geben Sie keine klickbare Emailadresse auf Ihrer Webseite an. Solche Emailadressen werden von automatischen Spidern der Spam-Versender gelesen und als Emailadresse erkannt. Infolgedessen bekommen Sie massenhaft Spam-Emails. Spam-Spider erkenen auch Emailadressen, die nicht klickbar sind. Sogar das inzwischen übliche "at" wird heutzutage von einigen Spam-Spidern erkannt. Die Angabe user-at-domain.nam kann also auch schon für reichlich Spam sorgen. Anstelle einer ausgeschriebenen Emailadresse können Sie eine kleine Grafik anfertigen und diese Grafik in Ihr Impressum einbinden. Am besten nennen Sie diese Grafik nicht "email.gif" oder ähnlich, sondern völlig unverfänglich, ohne jede Verbindung mit dem Wort "email".
Wechselnde EmailadressenBenutzen Sie immer mal wieder eine neue Emailadresse innerhalb Ihrer Domain. Dies ist vor allem dann nötig, wenn Sie auf Ihrer Haupt-Emailadresse mit Spam überschüttet werden.Geben Sie diese neue Emailadresse Ihrern erwünschten Emailpartnern. Veröffentlichen Sie diese neue Emailadresse als Grafik auf Ihrer Webseite und nicht mit normalem HTML-Text. Benutzen Sie die neue Emailadresse nicht in Foren, Gästebüchern, Blogs usw. Wenn Sie für Foren unbedingt eine Emailadresse brauchen, verwenden Sie eine andere Emailadresse wie für wichtige Geschäfts-Emails. In der Praxis hat es sich bewährt, beispielsweise Jahreszahlen in Emailadressen einzubauen, also beispielsweise support2008@domain.nam. Jedes Jahr gibt es dann eine neue Emailadresse. Behalten Sie die Emailadresse vom Vorjahr immer solange bei, bis zuviel Spam über diese alte Emailadresse ankommt. Dann wird es Zeit, die alte Emailadresse abzuschaffen.
Standard-Emailadressen meidenBestimmte Email-Anfänge (d.h. der Emailteil vor dem @) haben sich so stark eingebürgert, dass die Spammer sie ganz von selbst im Zusammenhang mit den Domainnamen ausprobieren.Solche Emailadressen sind in Hinblick auf Spam nahezu unbrauchbar geworden. Hier eine Liste mit besonders spam-belasteten Email-Anfängen:
Kontaktaufnahme per FormularRichten Sie für bisher unbekannte Leute ein Webformular ein, mit dem diese mit Ihnen Kontakt aufnehmen können.Dadurch, dass bei einem solchen Formular das Email-Subject von Ihnen festgelegt wird, lassen sich solche Emails beim Filtern im Emailprogramm besonders gut identifizieren und hervorheben. Hier erfahren Sie, wie das mit den Formularen funktioniert: Formulare per Email
ProcmailWenn Sie über die oben beschriebenen Spam-Abwehrmethoden hinaus Emails filtern wollen, können Sie das Linux-Programm procmail verwenden.Procmail bietet vielseitige Möglichkeiten Emails detailliert zu filtern. Procmail ist auf dem Server installiert und steht Ihnen zur Verfügung. Für die Einrichtung und Nutzung von Procmail brauchen Sie jedoch gute Computer- und Linux-Kenntnisse. Im Netz und in Liunx-Fachbüchern finden Sie ausführliche Informationen zur Nutzung von procmail.
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